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Markierversuch Sitter Sommer 2016

   

Die Sitter fliesst auf einer Strecke von über 50 Kilometer vom Quellgebiet in Appenzell Innerrhoden bis zur Einmündung in die Thur bei Bischofszell durch vier Kantone. Für die Bestimmung der Fliessgeschwindigkeit der Sitter planen die beiden Ämter für die Umwelt der Kantone Appenzell Innerrhoden und federführend St. Gallen die Sitter im Sommer 2016 zwischen Juni und August in Weissbad AI und in St. Gallen einzufärben. Die Sitter wird als Folge der Einfärbung ab Weissbad bis zur Einmündung in die Thur bei Bischofszelle während einigen Stunden einen deutlich sichtbaren Grünstich aufweisen. Eingesetzt wird der gesundheitlich unbedenkliche Markierstoff (Tracer) Uranin, für Fauna und Flora und für die Trinkwasserversorgungen besteht keine Gefahr.

Mit der Einfärbung der Sitter sollen die Fliesverhältnisse und Fliessgeschwindig-
keiten zwischen Weissbad und Bischofszell ermittelt werden. Zu diesem Zweck werden an mehreren Stellen zwischen Appenzell und Bischofszell Proben entnommen, um so die Durchgangskurve des Farbstoffes zu bestimmen. Die Einfärbung erfolgt bei einem mittleren Abfluss von 10 m3/s bei der Messstelle Bruggen.

Ziel der Untersuchungen, welche vom Geologiebüro Lienert und Haering AG, St. Gallen durchgeführt werden, ist, bei einem Eintrag von Schadstoffen in die Sitter, wie zum Beispiel bei einem Ölunfall, die Reaktionszeiten für Feuerwehr und Ölwehr zu kennen. Zudem können die hydraulischen Verbindungen von der exfiltrierenden Sitter zu den einzelnen für die örtlichen Trinkwasserversorgung genutzten Grundwasserpumpwerke nachgewiesen werden. Diese könnten auch auf der Grundlage von zahlreichen Daten und Erkenntnissen mit Modellen berechnet werden. Das unterirdische Abflussverhalten von Wasser kann jedoch am effektivsten mit Markierversuchen überprüft werden. Die so gewonnenen Erkenntnisse zeigen das Gefährdungspotential für die einzelnen Fassungen bei einem Eintrag von Schadstoffen in die Sitter auf.